Weltmusik trifft Elektronik
oder an den Grenzen von Klang und Zeit.

Auf Alfonso Gravina passt dieses Genre allerdings perfekt.
Ob mit seiner Band Ombelico oder dem eher solistischen Projekt Origine, Alfonso lotet Grenzen aus, Grenzen zwischen Weltmusik, Elektronik und Schamanismus. Sein Instrumen-
tarium ist dabei ebenso vielfältig - einerseits hoch technisiert und andererseits geradezu archaisch. Die Klangerzeuger hören auf Namen wie Logic Pro, aber auch Hang, Maultrommel, Djembe oder Fujara und – vor allem - das Didgeridoo. Von der Flöte bis zur Rahmentrommel, ein wahres Sammelsurium alter und neuer Instrumente trifft auf die klangliche Unendlichkeit digitaler Sounds, Australien auf Afrika, Asien auf Arabien und schließlich das alte Europa auf Silicon Valley.

Ganz dicht an der Stille erforscht Alfonso die Dichte und Stimmung einzelner Töne, variiert erst minimal und dann immer deutlicher, spinnt ein Geflecht aus sich schließlich ergänzenden Klängen und überlässt sich und den Zuhörer fast unauffällig einem Rhythmus, einer kleinen Melodie und schließlich dem Blick ins eigene Innere. Und in diesem Spannungsfeld ergibt sich in den glücklichen Momenten ein Zauber, der weit über das hinaus geht, was westliche Pop-Musik in ihrer grell schreienden Medienästhetik kann: Wir lassen uns treiben und unsere Wurzeln verbinden sich mit dem Hier und Jetzt – was kann Musik mehr wollen?